Wachsende Wirtschaftskraft dank Zuwanderung


mercredi 24 mai 2017
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Mit den wachsenden Flüchtlingszahlen wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob starke Zuwanderung die Wirtschaftskraft eines Landes stärken kann. Eine Studie des Umzugsunternehmens Movinga zeigt, dass das zumindest in Deutschland der Fall ist.


https://www.movinga.fr/en/foreign-talent-study/

Das Bruttoinlandsprodukt steigt, die Arbeitslosenquote ist mit fünf Prozent so niedrig wie selten zuvor und gleichzeitig kommen immer mehr ausländische Fachkräfte nach Deutschland. Das ist kein Zufall. Tatsache ist: die deutsche Wirtschaft kommt ohne ausländische Fachkräfte nicht mehr aus.
Eine Studie des Umzugsunternehmens Movinga hat Statistiken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), des statistischen Bundesamts (destatis) und des nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaft in Frankreich (INSEE) verglichen. Untersucht wurden neben dem Bruttoinlandsprodukt als Schlüsselindikator für wirtschaftlichen Wohlstand auch Zahlen zur Arbeitslosigkeit und der Prozentsatz neuzugezogener Ausländer.

Bei einem Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich über einen Zeitraum von 10 Jahren, lässt sich in Deutschland bei steigender Zuwanderung eine deutlich sinkende Arbeitslosenrate beobachten. In Frankreich steigt das BIP nur langsam, die Arbeitslosenquote ist hoch (10,3 %) und die Zahl der Einwanderer seit Jahren konstant. So sind im Jahr 2014 nur knapp 168 000 Menschen nach Frankreich gekommen, wohingegen es in Deutschland über 1,3 Millionen waren. Im selben Jahr wuchs die deutsche Wirtschaft zweimal schneller als die Französische.

Potenzial ausländischer Fachkräfte

Noch ist die deutsche Wirtschaft, nach der Kanadischen, die am zweitschnellsten wachsende Wirtschaft aller G7-Staaten. Doch ohne ausländische Fachkräfte lässt sich der Wohlstand im Land nicht halten. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verliert Deutschland aufgrund der Überalterung der Gesellschaft seit 2015 etwa 250 000 Arbeitskräfte pro Jahr. Mit den Zuwanderungsannahmen sollte das Erwerbspersonenpotenzial im Jahr 2025 aber immer noch in etwa dem Niveau des Jahres 2016 entsprechen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer verzeichnet immer mehr Unternehmensgründungen von Migranten, die für die Schaffung neuer Arbeitsplätze sorgen. Der Gründerreport 2016 zeigt: Vielen Deutschen ist der Weg in die Selbstständigkeit oft zu risikoreich. Hoffnungsschimmer sind die Zuwanderer. Merkels Einschätzung, dass Geflüchtete dem Fachkräftemangel entgegenwirken können, ist demnach durchaus realistisch. "Gerade im IT-Bereich braucht Deutschland jede Fachkraft. Also sind da die Chancen natürlich auch besonders groß", sagte die Kanzlerin Ende April beim Besuch einer Programmierschule für Geflüchtete in Berlin.

Vielfalt steht für Potenzial und Wachstum

Mit einem Bevölkerungsanteil von 9,6 % ist Deutschland das Land mit der größten Zahl an Ausländern in Europa. In Frankreich sind es nur 8,4 %. Vom Manager bis zum Monteur, in fast allen Bereichen beschäftigt Deutschland mehr ausländische Arbeitskräfte als in Frankreich. Nur im Handwerkssektor liegt Frankreich um wenige Prozente vorne.
Eine Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt, dass das Erwerbspersonenpotential und somit ein potentielles Wirtschaftswachstum bei höherer Zuwanderung steigen.

Die Studie ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass Offenheit gegenüber Migranten auch im wirtschaftlichen Interesse eines Landes liegt. 

Statistik aus dem Monatsbericht der deutschen Bundesbank im April 2017
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