Roam Like At Home: Schluss mit teuren Telefongebühren auf Reisen in der EU


mercredi 24 mai 2017
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EU-Bürger, die ihr Handy uneingeschränkt auch auf Reisen nutzen möchten, können sich freuen. Ab Mitte Juni entfallen die Zusatzgebühren für Telekommunikation aus dem europäischen Ausland.


© E-Plus Gruppe
Bald ist es soweit : Die EU schafft die Roaminggebühren innerhalb Europas ab. Ab dem 15. Juni 2017 kostet ein Anruf oder eine SMS aus dem EU-Ausland genauso viel wie eine Inlandskommunikation.

Wer einen nationalen Vertrag mit unbegrenzten Anrufen und SMS abgeschlossen hat, wird künftig auch im europäischen Ausland unbegrenzt damit kommunizieren können.

Mobiles Datenvolumen kann fortan ebenfalls jenseits der Grenzen ohne zusätzliche Kosten genutzt werden. Die Mobilfunkbetreiber haben jedoch das Recht, eine Roaminggrenze für Datenpakete einzuführen, wenn sie ihre Kunden im Vertrag und beim Grenzübertritt explizit auf deren Bestand hinweisen.

Die maximalen zusätzlichen Kosten für Datennutzung im Ausland jenseits dieser individuell festgelegten Grenze belaufen sich momentan noch auf 7,70 Euro pro Gigabyte, werden aber bis 2022 etappenweise auf 2,50 Euro pro Gigabyte reduziert.

Grenzen für Dauerroamer

Vor allem Touristen und Geschäftsreisende werden von der neuen "Roam like at Home"-Regelung profitieren, da die Abschaffung der Roaminggebühren auf eine zeitlich begrenzte Nutzung des Mobiltelefons im Ausland beschränkt ist. 

Wer sich daher innerhalb eines viermonatigen Zeitraums mehr als zwei Monate lang im europäischen Ausland aufhält und dort intensiv Roamingdienste in Anspruch nimmt, riskiert eine Verwarnung des Anbieters und eventuelle zusätzliche Kosten.

Mit dieser Klausel will die EU verhindern, dass günstige ausländische Tarife dauerhaft in anderen europäischen Ländern genutzt werden, wobei die Zusatzkosten für Dauerroamer eine Obergrenze von 3,2 Cent pro Minute und 1 Cent pro SMS nicht überschreiten dürfen.

Die weitgehende Abschaffung der Roaminggebühren ist die letzte Etappe in einer Reihe von regulierenden Preissenkungen im europäischen Telekommunikationssektor vonseiten der EU.  Kosteten abgehende Anrufe aus dem Ausland im Jahr 2012 noch 29 Cent pro Minute, so wurde der Preis ab Juli 2013 auf 24 Cent pro Minute und ab Juli 2014 auf 19 Cent pro Minute gesenkt.

Einzelne Anbieter entschieden sich daraufhin freiwillig, ihre  Roamingkosten zu reduzieren, bevor die europäischen Institutionen im November 2015 endgültig die weitgehende Abschaffung der Gebühren beschlossen.

"Nationaltarife" als Gegenentwurf?

 Die weiteren Auswirkungen der neuen Regelung auf den Telekommunikationssektor sind momentan noch ungewiss. Verbraucherschützer  warnen, dass Mehrkosten für das kostenlose Roaming von den Mobilfunkbetreibern auf die allgemeinen Nutzertarife umgewälzt werden könnten, und so Kunden benachteiligt würden, die kaum Bedarf an Roamingdiensten haben.

Die ersten "Nationaltarife", die mobile Kommunikation auf die Grenzen des eigenen Landes beschränken, sind daher schon im Sortiment der Billiganbieter zu finden, da das Angebot von Roamingdiensten nicht verpflichtend für Telekommunikationsunternehmen ist.

Es bleibt daher abzuwarten, ob die Abschaffung der Roaminggebühren der grenzüberschreitenden Kommunikation förderlich sein wird, oder ob die neue Regelung zu einer allgemeinen Renationalisierung und Verteuerung der Tarifsysteme führt.

Auch wenn man künftig aus dem Urlaub in Frankreich kostenlos zu Hause bei deutschen Freunden anrufen kann, so wird man zurück in Deutschland auch weiterhin leider keine stundenlangen Telefonate mit neugewonnen französischen Bekannten führen können: Die Preise für Telefonate aus dem Inland ins Ausland sind in der EU nach wie vor nicht reguliert.
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