- Rédactrice en chef adjointe

Mit Multikulturalität gegen den Rechtspopulismus


lundi 03 octobre 2016
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"Die deutsch-französischen Beziehungen unter Strom in Zeiten des Brexit". Um Themen wie dieses ging es auf der deutsch-französischen Jobmesse Connecti am 29. und 30. September in Köln. ParisBerlin hat den ehemaligen Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit dort zu einem Exklusivinterview getroffen.


© Heinrich-Böll-Stiftung















Welche Auswirkungen wird der Brexit Ihrer Meinung nach auf die Mobilität junger Europäer haben?

Der Austausch mit England wird schwieriger werden. Das heißt auch, dass die ganzen Programme wie Erasmus natürlich erst einmal gekappt werden. Ob diese dann neu aufgelegt werden in einem Sonderfonds EU-England ist abzuwarten. Sicher ist, dass Europa sich entwickeln wird, ohne England. Die Konsequenz ist, dass England ein Drittstaat wird, wie die Türkei.
  

Braucht es mehr Austauschprogramme für junge Menschen innerhalb der Europäischen Union?
Ich finde man muss das Erasmus-Programm auch auf Lehrlinge und andere runterbrechen. Ich sage immer, dass man das einfach verzehnfachen muss. Die Zukunft Europas ist die Mobilität junger Menschen, in Europa zu lernen und zu arbeiten. Das ist das Wesentliche und deshalb sind die Ansätze, die es mit Erasmus gibt, noch zu gering. 
 
 
Sie sprachen in Ihrem Vortrag auch von einem Europäischen Zivildienst.
Es gibt einen Zivildienst in Deutschland und in Frankreich. Die Idee ist ein Europäischer Zivildienst, den man irgendwo in Europa leisten kann. Dafür würde man eine Unterstützung durch die Europäische Union geben. Man kann beispielsweise in einem Kindergarten, einem Unternehmen oder im Bereich Umweltschutz arbeiten. Es gibt verschiedene Formen des Zivildienstes und das wäre dann auch eine neue Dimension europäischer Mobilität.
  

Gibt es aktuell nicht mehr Anreize für junge Menschen aus Frankreich, nach Deutschland zu gehen, als umgekehrt? Man denke beispielsweise an die deutlich geringere Arbeitslosenquote in Deutschland.
Ja, aber nicht bei Studenten. Französische Universitäten und das kulturelle Angebot in Frankreich stellen immer noch einen großen Anreiz dar. Aber es stimmt, dass die Mobilität im Moment eher von Frankreich nach Deutschland attraktiv ist.
  

Europa wird immer multinationaler, trotzdem hat der Rechtspopulismus in den letzten Monaten stark zugenommen. Wie wird sich das in Zukunft entwickeln?
Der Rechtspopulismus wird aufgehalten, wenn die Multikulturalität selbstverständlich wird. Dadurch wird er zurückgedrängt. Ich glaube das selbstverständliche Leben der multikulturellen Ansätze ist die beste Verteidigung gegen den Populismus und gegen den rückwärtsgewandten Nationalismus. Ansonsten muss man wieder neu begründen und erklären, warum wir Europa brauchen und dass die europäische Souveränität die einzige Chance ist, unsere zivilisatorischen Vorstellungen durchzusetzen. Die Nationalstaaten wären angesichts der Globalisierung dazu nicht in der Lage.
  

Sollten die Parteien in Deutschland und Frankreich gemeinsam gegen den Rechtspopulismus vorgehen?
Die Parteien sollen Politik machen und wenn sie das gut machen, ist das schon ein Kampf gegen den Rechtspopulismus. Zusammen ist es immer schwierig, aber wo es notwendig ist, beispielsweise wenn es Anschläge gibt, müssen sie zusammen auftreten. Ansonsten müssen die Parteien ihre Politikfähigkeit wieder grunderneuern.
  

In Deutschland und in Frankreich finden 2017 Wahlen statt. Ihre Prognose?
Ich würde sagen, dass wahrscheinlich Alain Juppé französischer Präsident und Angela Merkel deutsche Bundeskanzlerin werden wird, wobei die Koalition in Deutschland noch nicht klar ist: entweder mit den Grünen oder mit der SPD.

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