« Nous sommes la preuve vivante que l'Europe fonctionne très bien »


jeudi 02 novembre 2017
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Seit bereits 40 Jahren bietet das Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft, eine Kooperation der HTW Saar und der Université de Lorraine, binationale Studiengänge im betriebswirtschaftlichen und technischen Bereich an. Im Interview berichten Gabriel Michel, Leiter des Studiengangs Informatik an der Université de Lorraine und Direktor des ISFATES, und Prof. Dr. Thomas Bousonville, Leiter des Studiengangs Internationales Logistik-Management an der HTW Saar und Direktor des DFHI, von den Besonderheiten dieser Hochschulkooperation.


Gabriel Michel, Véronique Jeanclaude und Thomas Bousonville (von links nach rechts)
© DFHI / ISFATES

Pourriez-vous nous en dire plus sur l'histoire de l'Institut Supérieur Franco-Allemand de Techniques, d'Économie et de Sciences (ISFATES) ?
Gabriel Michel (GM) : Cette coopération a été construite suite à un accord entre les deux gouvernements Schmidt et Giscard en 1978. Après l'Europe du fer et du charbon, il fallait imaginer l'Europe de l'éducation. La coopération entre la HTW Saar à Sarrebruck et l'Université de Metz (Université de Lorraine aujourd'hui) a été la première pierre de cette édifice. Aujourd'hui, l'Europe est une idée qui paraît naturelle, mais à cette époque-là, les étudiants des deux pays qui pouvaient éventuellement faire leurs études ensemble étaient  ceux des régions frontalières en l'occurrence de Sarre et de Lorraine. Les populations de ces deux régions avaient tellement souffert : elles ont vécu trois guerres en moins d'un siècle et  étaient prêtes à passer à  autre chose. Il ne faut pas non plus oublier que Robert Schumann venait de Metz.

Thomas Bousonville (TB): Eine solche Kooperation war in den 70er Jahren alles andere als selbstverständlich. Zu dieser Zeit, also lange vor Bologna, gab es überhaupt keine Vergleichbarkeit der Systeme und Abschlüsse. Dass man es damals geschafft hat einen Doppelabschluss zu kreieren und eine Anerkennung der Studienleistungen im anderen Land zu erreichen, war eine Pionierleistung.


Welche verschiedenen Studienbereiche bietet das Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft (DFHI) an?
TB: Wir haben sieben verschiedene Bachelorstudiengänge, die in zwei große Bereiche gegliedert sind. Das ist auf der einen Seite der Bereich Management, mit den Studiengängen deutsch-französisches und internationales Management, internationales Logistik-Management und internationales Tourismus-Management. Auf der anderen Seite haben wir den Bereich Ingenieurwesen und Informatik, in denen Elektrotechnik - Erneuerbare Energien und Systemtechnik, Maschinenbau, Europäisches Baumanagement und Informatik & Web-Engineering zusammengefasst sind.


Selon vous, quels aspects rendent l'ISFATES unique?
GM: Nos étudiants sont constamment dans un groupe franco-allemand, même quand ils sont dans leur pays d'origine. Par la suite, les étudiants passent l'essentiel de leur scolarité à l'étranger. Par exemple, ceux qui vont jusqu'au Master (dix semestres d'études) peuvent passer six ou sept semestres à l'étranger, et pas seulement dans le pays partenaire, mais aussi dans des pays tiers. Nous sommes la preuve vivante que l'Europe fonctionne très bien. Avoir un diplôme européen, par rapport à des gens qui n'ont qu'un diplôme national, ce n'est pas comparable. Ce cursus contribue à créer des profils avec des personnalités et des carrières différentes.

TB: Die Internationalität der verschiedenen Bereiche, die man nicht hat, wenn man "nur" an einer "école d'ingénieur" oder einer "école de commerce" studiert. Und die Doppelqualifikation aus der Fachdisziplin und dem Aspekt Sprachen/Interkulturelles. Unsere Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage Brücken zu bauen und in einem internationalen Projekt zu arbeiten, weil sie für kulturelle Unterschiede sensibilisiert sind. Man sieht immer wieder, dass internationale Projekte scheitern, wenn nicht darauf geachtet wird, die andere Kultur zu verstehen. Unsere Studiengänge sind daher sehr praxisorientiert, was auch am Arbeitsmarkt besonders gefragt ist. Was uns zudem von anderen deutsch-französischen Kooperationen abgrenzt, ist die geografische Nähe zwischen Metz, Saarbrücken und – im Fall unseres trinationalen Studiengangs – Luxemburg. Diese Nähe ermöglicht es uns, uns regelmäßig zu treffen und auszutauschen und wir haben auch Dozentinnen und Dozenten, die sowohl in Metz, als auch in Saarbrücken unterrichten. Das ist in anderen Kooperationen nicht in der gleichen Weise möglich.


Es ist also möglich, im Rahmen der binationalen Studiengänge zusätzlich ein Erasmussemester zu absolvieren?
TB: Das erste Jahr verbringen die Studierenden in Frankreich, das zweite Jahr in Deutschland und im fünften Semester ist es möglich, ein Erasmussemester zu machen. Hier versuchen wir die Kooperationen der beiden Hochschulen gemeinsam zu nutzen. So kann ein französischer Student auch an einer Partnerhochschule der HTW Saar einen Erasmusaufenthalt machen, und ein deutscher Student über eine Kooperation der Université de Lorraine wegfahren. Frankreich hat zum Beispiel sehr gute Beziehungen zu Quebec, mit Sonderabkommen, die es ermöglichen, die hohen Studiengebühren dort zu umgehen. Hier haben wir uns stark dafür eingesetzt, dass kein Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen gemacht wird.

GM : Plus de 25 coopérations permettent à nos étudiants de passer un semestre dans un pays tiers. Cette année nous avons 27 étudiants qui sont en échange Erasmus. Sans compter aussi que nous avons une coopération, qui a maintenant une vingtaine d'années, avec l'École Polytechnique de Montréal, un établissement très réputé au niveau mondial. Les étudiants commencent par un semestre et finissent parfois même par continuer leurs études là-bas.


Das DFHI bietet auch einen trinationalen Studiengang, Europäisches Baumanagement, an. Wie läuft dieser Studiengang genau ab?
TB: Bei diesem Studiengang wird das zweite Studienjahr an der Universität Luxemburg absolviert. So haben die Studierenden am Ende jeweils ein Jahr in Frankreich, in Luxemburg und in Deutschland studiert und ein Praxissemester gemacht und erhalten die Abschlüsse dreier Hochschulen. Dieser Studiengang ist zwar mit viel Umziehen verbunden, aber ein Vorteil ist, dass der komplette Jahrgang, also das persönliche Umfeld immer mit umzieht.


Avez-vous prévu d'autres cursus trinationaux dans les années à venir ?
GM : Aux étudiants qui s'intéressent à l'informatique et au web, nous proposons d'intégrer le cursus ECS (European Computer Science). Les étudiants passent la première année à Metz, la deuxième année à Sarrebruck et ensuite ils ont le choix entre cinq autres pays en Europe : l'Espagne avec Burgos, Coimbra au Portugal, Venise en Italie, Timisoara en Roumanie ainsi que Turku en Finlande. Un étudiant qui passe par exemple une année à Turku, obtiendra donc des diplômes dans les trois pays : en Allemagne, en France et en Finlande. C'est un projet dans lequel nous allons commencer à engager nos étudiants dès maintenant.


Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um am DFHI aufgenommen werden zu können?
TB: Auf deutscher Seite braucht man ein Abitur oder fachgebundenes Abitur, und das Niveau B2 in der Partnersprache. Die Bewerbung funktioniert auf Basis eines Dossiers. Die Studienplätze werden in Abhängigkeit der verfügbaren Plätze vergeben, wobei nicht nur nach der Abiturnote gegangen wird, sondern auch die Vorerfahrungen im deutsch-französischen Bereich eine Rolle spielen. Pro Jahr erhalten wir etwa 400 Bewerbungen und haben rund 120 Studienplätze für Studienanfängerinnen und -anfänger.

GM : Du côté français, on n'a pas besoin d'avoir un niveau B2 en allemand. Le test de niveau d'entrée nous permet de savoir si les gens ont des chances d'atteindre un niveau B2 avant de commencer la deuxième année qui se déroule à Sarrebruck. Pour les Français, dont le niveau d'allemand n'est pas excellent, nous avons mis en place un ensemble de mesures, qui comprend des cours renforcés en allemand durant leur première année à Metz, des stages linguistiques, un « mini-job » pendant l'été et un stage avant le début de la deuxième année à Sarrebruck, pour se mettre à niveau.


Entretenez-vous des coopérations régulières avec des entreprises ?
GM : Nous travaillons aussi bien avec des entreprises régionales qu'internationales. Il arrive parfois que nos diplômés commencent par une grande carrière internationale et qu'ils reviennent 15-20 ans après dans leur région d'origine. Pour s'ouvrir à l'international, beaucoup d'entreprises de taille moyenne ont besoin de gens qui ont des compétences comme celles offertes par nos structures.

TB: Wir haben zum Beispiel Kooperationen mit Michelin, der Saarländischen Landesbank sowie Smart, die Niederlassungen in der Region haben und pro Jahr mehrere Stipendien an DFHI-Studierende vergeben. Die Studierenden arbeiten schon während des Studiums im Unternehmen oder schreiben dann ihre Abschlussarbeit dort. Der Werkleiter von Smart France ist beispielsweise ein ehemaliger Student des DFHI. Durch das lange Bestehen unserer Kooperation haben wir viele Absolventinnen und Absolventen in höheren Positionen, was es uns erleichtert, dieses Netzwerk auszubauen.


Könnten Sie uns mehr über den "Chinese Track" sagen, der am DFHI angeboten wird?
TB: Wir reagieren natürlich auch auf die Globalisierung, die uns dazu zwingt, über den deutsch-französischen Kontext hinaus zu denken. So ist Englisch auch ein fester Bestandteil unseres Curriculums. Diese internationale Komponente über das Deutsch-Französische hinaus wird vor allem von Studieninteressierten nachgefragt, die bereits aus deutsch-französischen Elternhäusern kommen und für die es nicht so interessant ist, die Partnersprache zu perfektionieren. Um diesen Personen etwas Attraktives anbieten zu können, haben wir den "Chinese Track" entwickelt. Statt der Partnersprache wird über das komplette Studium hinweg Chinesisch gelernt. Ziel ist es aber nicht nur die Sprache, sondern auch die interkulturelle Kompetenz – wie mache ich in Ostasien Geschäfte, wie ist die Mentalität dort – zu erlernen, mit dem Ziel dort beispielsweise eine praktische Studienphase verbringen zu können.


Les étudiants qui passent par l'ISFATES, trouvent-ils facilement du travail ?
GM : Trouver un travail avec un diplôme de l'ISFATES n'est pas difficile. Nous avons aujourd'hui des diplômés sur tous les continents. Au moins la moitié de nos étudiants continuent dans l'entreprise dans laquelle ils ont effectué leur stage de master. Pour les autres, on parle d'une ou deux semaines pour trouver un travail, c'est presque instantané. Nos étudiants n'ont aucun souci pour trouver très rapidement un travail qui correspond à leur niveau d'études, avec beaucoup de responsabilités, puis une belle carrière.

TB: Wir haben Absolventinnen und Absolventen bei Smart, Airbus, Michelin, der Saarländischen Landesbank oder auch Villeroy & Boch. Das sind Unternehmen, die hier in der Region Niederlassungen haben, und mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten. Viele unserer Absolventinnen und Absolventen finden auch eine Anstellung in mittelständischen Unternehmen, die händeringend technisch oder betriebswirtschaftlich qualifiziertes Personal brauchen, das zudem diese interkulturell-sprachliche Kompetenz besitzt.


Avez-vous prévu d'autres cursus ou coopérations pour les années à venir ?
GM : On a déjà plusieurs masters en alternance. C'est un dispositif qui est très prometteur et on aimerait bien l'étendre de façon plus importante.

TB: Wir haben vor zwei Jahren einen neuen Bachelorstudiengang eingeführt: Internationales Tourismus-Management. Im Studienjahr 2017/2018 haben wir die ersten Absolventinnen und Absolventen dieses Studiengangs. Das Programm erfreut sich großer Beliebtheit bei den Studierenden. Darüber hinaus konzentrieren wir unsere Anstrengungen auf die Kooperationen mit Erasmus-Partnerhochschulen und prüfen, wie wir unsere Partnerschaften mit Unternehmen ausbauen können, damit mehr Studienphasen direkt im Unternehmen verbracht werden können.
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