Von Manon Le Hir

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Musik

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Eden

Mia Hansen-Love


Wenn der Computer singt


dimanche 03 mai 2015
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Eden, der neue Film der französischen Jung-Regisseurin Mia Hansen-Løve begleitet einen jungen DJ in den 1990er Jahren auf seinem Auf- und Abstieg in der Musikszene. Am 30. April startete er in den deutschen Kinos.


Eine Pariser Nacht. Jugendliche stehen vor einem Haus, quatschen miteinander, das Bier in der einen Hand, die Zigarette in der anderen.  Man folgt den Beats der Musik nach Innen, hinunter in einen versteckten Keller, in dem die Menschenmenge im Rhythmus wogt. Als einzige Beleuchtung werfen die Neon-Lichter tanzende Punkte auf die leuchtend bunten T-Shirts der 1990er Jahre. Die ausgelassene Atmosphäre wird ausgelöst von einem Mann, der auf der aus Bierkästen gebauten Bühne steht. Er singt nicht, spielt kein Instrument, sondern bedient einen Computer und produziert so Musik.
Die Anfänge der Elektromusik stehen im Mittelpunkt des neuen Films der französischen Regisseurin Mia Hansen-Løve, Eden, der Ende April den Sprung auf die deutschen Leinwände macht. Denn die Musik bestimmt das Leben der Hauptfigur Paul (Felix de Givry). Der 20-Jährige steht auf der Tanzfläche, lässt sich jedoch nicht von dem energetischen Rhythmus entführen, sondern konzentriert sich auf die Musik und beobachtet die Technik des Mannes mit seinem Computer: Paul will DJ werden.
Eden folgt leidenschaftlich seiner steigenden Popularität bis zum Höhepunkt des Erfolgs seines Duos "Cheers" und entdeckt mit ihm das Nachtleben in Paris in den 1990er Jahren, wo die französische House Musik (der sogenannte "French Touch") mit dem Erfolg von Pauls Freunden Daft Punk geboren wird. Im Laufe der Zeit entwickelt sich jedoch die Musik-Szene weiter und Pauls Garage-Stil gefällt der neuen Generation nicht mehr. Trotz leerer Dancefloors versucht er weiter, seinen Traum zu erfüllen und verliert sich dabei immer mehr zwischen wechselnden Liebschaften und Drogenmissbrauch. 


Nach ihren beiden erfolgreicheren Filmen Eine Jugendliebe (2011) und Der Vater Meiner Kinder (2009), erreichte Mia Hansen-Løve mit Eden seit seinem Kinostart in Frankreich im November trotz guter Pressekritiken bisher erst rund 56 000 Zuschauer. Doch Mia Hansen-Løve zeigt nicht nur mit Bravour die Entstehung der French House Szene, sondern schildert auch durch die Inszenierung der Geschichte ihres eigenen Bruders, des ehemaligen DJs Sven Hansen-Løve, das Leben einer ganzen Generation. "Sein Werdegang als DJ seit den ersten Raves, die Anfänge der elektronischen Musik bis hin zu weltweiten Verbreitung des French Touch, und schließlich eine gewisse Desillusionierung die ihn dazu bringt, sein Leben zu ändern", beschreiben nach der Regisseurin die Generation der neunziger Jahre sehr treffend.
In dem Kinosaal wirken die Beats im ganzen Körper und man klopft rhythmisch mit dem Fuß auf dem Boden. Die Musik von Daft Punk, Joe Smooth oder Frankie Knuckles nimmt den Zuschauer an der Hand und führt ihn in das lebensfreudige Universum der ersten Rave Partys in Paris, wo alle Träume möglich scheinen. Ein authentischer Lebensabschnitt, den uns in Atem hält.
 
Eden - Kinostar : 30. April 2015
Ein Film von Mia Hansen-Løve
Mit Felix de Gevry, Pauline Etienne, Greta Gerwig
Alamoda Film
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