- Rédactrice en chef adjointe

Lektorin auf vier Rädern


jeudi 16 mars 2017
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Mit Spielen, Musik, Filmen und Überraschungen beladen, reist Alina Wieneke in ihrem Mercedes-Benz Citan zehn Monate lang von Schule zu Schule. Als mobiklasse.de-Lektorin bringt sie Jugendlichen in Frankreich die deutsche Sprache näher - und zeigt ihnen, dass Deutschland sehr viel mehr ist als Dirndl und Lederhosen.


© Jennifer Sanchez
















Woher kommt Ihr Interesse an Frankreich und der französischen Sprache?

Das habe ich schon in meiner Schulzeit entdeckt. Ich bin in einem ganz kleinen Dorf in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen. Auf dem Gymnasium ist Französisch schnell zu meiner Lieblingssprache geworden. Nach meinem Abitur bin ich dann nach Köln gezogen, um dort Französisch und Geographie zu studieren. Im Rahmen meines Studiums hatte ich später außerdem die Möglichkeit ein halbes Jahr in Clermont-Ferrand zu leben.

Mobiklasse.de - was ist das genau?
mobiklasse.de ist ein gemeinsames Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerks, der Föderation Deutsch-Französischer Häuser in Frankreich, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Robert Bosch Stiftung und des Goethe-Instituts. Die Autos werden uns von Mercedes-Benz France kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Programm hat das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen in Frankreich Interesse fürs Deutschlernen zu wecken - und das auf eine spielerische Art und Weise. Wir versuchen ein aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln und sind hauptsächlich in Klassen unterwegs, in denen die Schülerinnen und Schüler im Folgejahr eine Fremdsprache wählen können. Das sind in meiner Region, der Bourgogne-Franche-Comté sowie dem Centre-Val-de-Loire, oft Klassen der sixième, weil die Schüler ab der cinquième Deutsch, Spanisch und zum Teil auch Italienisch wählen können. Wir möchten sie dazu motivieren, sich für Deutsch zu entscheiden.

Sind die Schüler Deutsch gegenüber denn sehr skeptisch?
Mein Ziel ist es, die Schüler zum Nachdenken zu bringen. Dass sie nicht sofort sagen "Ich wähle auf jeden Fall Spanisch, weil es einfacher ist", sondern, dass sie erst einmal darüber nachdenken, dass Deutsch vielleicht auch eine Option wäre und dass sie zum Teil Vorurteile haben, wie zum Beispiel dass sie denken Deutsch sei schwer. Wenn ich nach der Animation dann frage "War das schwierig, was wir heute gemacht haben?", dann kommt als Antwort natürlich meistens "nein", weil die Schüler merken, dass es gar nicht so schwierig ist, wie sie gedacht haben und es zum Beispiel auch Bezüge zum Englischen gibt.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um mobiklasse.de-Lektorin oder -Lektor werden zu können?
Man sollte ein abgeschlossenes Bachelor-Studium und ein gewisses Niveau im Französischen haben und  deutscher Muttersprachler sein. Natürlich braucht man auch einen Führerschein. Außerdem sind pädagogische Vorkenntnisse hilfreich, zum Beispiel dass man schon einmal mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat. Und man sollte relativ flexibel und mobil sein, weil man viel unterwegs, jeden Tag an einer anderen Schule ist.

Wie haben Sie sich auf Ihren Einsatz als Lektorin vorbereitet?
Bevor es los ging, hatten wir ein Seminar in Berlin mit allen mobiklasse.de- und FranceMobil-Lektoren - FranceMobil ist das Äquivalent zur mobiklasse.de in Deutschland. Dort hatten wir verschiedene Ateliers und Seminare und haben mehr über das Programm erfahren. Sehr interessant war, dass im Juli die ehemaligen Lektoren aus dem Vorjahr da waren und uns zum Beispiel Animationen vorgestellt und gezeigt haben, wie man die Stunden gestalten kann. Im Verlauf des Lektorats hat man insgesamt vier Seminare, wir hatten noch eines im Dezember, im April und jetzt im Juli wieder eins, sodass wir uns ständig weiterbilden können und auch die Möglichkeit haben, uns über die Animatoren auszutauschen. Das ist eine super Sache. 

Mobiklasse.de-Lektorin Alina Wieneke © Jennifer Sanchez


Wie sieht Ihr typischer Tag als mobiklasse.de-Lektorin aus?
Von meiner Einsatzstelle, dem Haus Rheinland-Pfalz in Dijon, fahre ich zu verschiedenen Schulen in der Region. Wenn ich zu einer Schule losfahre, ist das meistens sehr früh, weil die Schulen zum Teil relativ weit weg sind. Gestern war ich zum Beispiel in Vesoul, wohin ich um 7 Uhr losgefahren bin und 1,5 Stunden Anfahrt hatte. Ich war dann um 8.30 Uhr dort und bin in einen gut vorbereiteten Raum gekommen und konnte alles aufbauen und vorbereiten. Um 9 Uhr ging es mit der ersten Klasse los und ich habe bis zum Mittag Animationen mit drei unterschiedlichen Klassen gemacht. Dann hatte ich 1,5 Stunden Mittagspause und habe am Nachmittag noch eine Animation gemacht. Ich gehe pro Tag in bis zu vier Schulklassen. So erreicht man immer täglich um die hundert Schüler. Um 15 Uhr bin ich dann wieder zurück nach Dijon gefahren. Man hat schon einen relativ langen Arbeitstag, aber es macht mir sehr viel Spaß. Wir haben auch einen Bürotag in der Woche und freitags ist ein Tag "zur persönlichen Entwicklung", an dem wir während des Stipendienjahres ein eigenes Projekt verfolgen können.

Über welche Themen sprechen die Schüler am liebsten?
Lieblingsthema ist eigentlich Fußball, vor allem bei den männlichen Schülern. Zu diesem Thema wissen sie auch immer schon sehr viel über Deutschland, kennen die Mannschaften und Spieler auswendig. Ansonsten sind Automarken auch immer ein Thema, das sie interessiert. "Wo wird Mercedes produziert?" etc. Sie reden auch gerne über Essen. Ich werde oft gefragt, ob die Deutschen anders essen, was es so für Gerichte gibt. Und es werden viele Fragen über das Schulleben gestellt, zum Beispiel "Wie ist es in einer Schule in Deutschland - ist das anders?".

Was gefällt Ihnen an dem Programm mobiklasse.de am besten?
Die Vielfalt. Man ist immer woanders, trifft immer neue Menschen und es ist schön zu sehen, wie aufgeweckt die Schüler sind und wie motiviert, sich für Deutschland und die deutsche Sprache zu interessieren. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß sie bei den Spielen und Animationen haben, die wir zusammen machen.

Ihre Zeit als Lektorin ist bald schon wieder vorbei. Wie geht es danach für Sie weiter?
Ich werde wieder nach Deutschland gehen. Ich habe letzten Sommer meinen Bachelor abgeschlossen und werde dieses Jahr mit dem Master of Education in Französisch und Geografie anfangen.

Einen heißen Tipp für die Lektoren des kommenden Schuljahres?
Als mobiklasse.de-Lektor hat man sehr viel Freiheit, wie man seine Animationen gestalten möchte. Es kommt immer gut an, von aktuellen Themen und auch von sich selbst zu erzählen. Außerdem sind Themen wie Fußball und Sport sehr beliebt.


Für das Schuljahr 2017/2018 werden wieder neue französische und deutsche Lektoren gesucht, die Kinder und Jugendliche an Schulen spielerisch für die Sprache und Kultur des Nachbarlandes und eine Mobilitätserfahrung begeistern möchten. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 31. März 2017. Mehr Informationen zur Bewerbung gibt es hier: www.mobiklasse.dewww.francemobil.fr

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