Hippocrène - Ein Preis für Austausch und Engagement in Europa


mardi 23 mai 2017
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Am 18. Mai verlieh die französische Stiftung Hippocrène zusammen mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Frankreich und weiteren Partnern den Preis zur Europabildung im Europaparlament in Straßburg.


Die Berufsfachschule für Landwirtschaft Mancy bei der Preisverleihung in Straßburg
© Fondation Hippocrène

Seit 2010 unterstützt Hippocrène die Umsetzung von Projekten von und für junge Europäer. Der Wettbewerb zu Europabildung belohnt die originellsten Projekte französischer Schulklassen, die in Kooperation mit andern europäischen Ländern entstanden sind. Ziel des Wettbewerbs ist es, Schülern die Idee von Europa durch konkrete Projekte näher zu bringen.

Insgesamt gibt es fünf Kategorien (eine für jede Schulart), in denen jeweils 5000 Euro gewonnen werden können und einen Hauptpreis über 10 000 Euro. Über mehrere Wochen hinweg haben sich die Jurymitglieder, darunter Politiker und Vertreter Frankreichs in Europa, beraten, um die fünf besten Projekte aus den zahlreichen Bewerbungen auszuwählen.

Den Kopf in den Wolken

Gewinner des Hauptpreises ist dieses Jahr eine Grundschulklasse aus Oust-Marest in der Normandie, die die Jury mit ihrem Projekt "La tête dans les nuages" überzeugen konnte. Mit wissenschaftlichen Experimenten sind die Schüler einem Phänomen auf den Grund gegangen, dass in jedem Land gleichermaßen existiert und diskutiert wird: das Wetter.

Gemeinsam mit Korrespondenten aus Slovenien und sechs weiteren europäischen Ländern haben die Schüler einen Blog ins Leben gerufen, auf dem Sie sich regelmäßig über ihre Experimente austauschen. Über 1 300 Schüler sind an dem Projekt beteiligt, dass sich noch in der Anfangsphase befindet. Im Mai 2018  werden die französischen Schüler erstmals ihre Projektpartner in Slovenien besuchen.

Die Schule befindet sich im ländlichen Raum, weit entfernt von kulturellen Angeboten und liegt in einer Gegend, in der es immer mehr Politikverdrossenheit gibt. Viele der Schüler stammen aus sozial schwachen Familien. Umso wichtiger ist es den zuständigen Lehrern Bénédicte Denis und Isabelle Ricard, den Schülern und ihren Familien Europa näher zu bringen. "Es geht darum, offener und toleranter zu werden und zusammen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Kulturen zu entdecken."

Mehr Europa in der Landwirtschaft

Eine neue Partnerschaft mit dem Ministerium für Landwirtschaft hat in diesem Jahr die Schaffung zwei weiterer Kategorien ermöglicht: den "Europapreis für französische Landwirtschaftsbildung" und den "Publikumspreis", der erst am Tag der Preisverleihung verkündet wird.

Die Berufsfachschule für Landwirtschaft "Mancy" in Franche Comté hat mit ihrem Projekt "Citoyens Européens: des mêmes droits pour tous?" den ersten Platz in der Kategorie "Landwirtschaftsbildung" belegt.

Im Rahmen einer Ausstellung an der französischen Schule und der tschechischen Partnerschule wollen die Jugendlichen auf die Themen Frauenrechte, Menschen in Not und Flüchtlinge  aufmerksam machen. Dabei sollen die beiden Länder hinsichtlich der Rechtslage und staatlicher Hilfen für sozial Schwache verglichen werden. Um die Ausstellung für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen, sollen alle Texte auf Französisch, Tschechisch und Englisch übersetzt werden.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gerechtigkeit und Solidarität. Haben alle Europäer die gleichen Rechte und bedeutet Europäer sein auch, bereit sein, anderen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen? Mit der Unterstützung durch die Stiftung Hippocrène und dem großzügigen Preisgeld kann diesen Fragen nun auf den Grund gegangen werden und können die zahlreichen Gewinnerprojekte in die Tat umgesetzt werden.

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